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Tja, dann haben wir in diesem Fall unterschiedliche Wahrnehmungen. Die Autogasforen, die ich kenne, reden ziemlich geschlossen von etwa 20% Mehrverbrauch. Dies ist physikalisch einfach so bedingt. Da lässt sich auch nichts daran rütteln und entspricht meiner Wahrnehmung. Auch ich bin bereits 140.000km (in ~3 Jahren) mit Flüssiggas unterwegs und hatte einen Motorschaden (sehr wahrscheinlich bedingt durch zu mageres Gemisch bei sehr hoher Last - einmal 230 bis 250km/h über eine lange Strecke).
Grundsätzlich erfolgt auch im Gasbetrieb eine Lambdaregelung (eben mit Ausnahme des Betriebszustand "sehr hohe Last" - da wird dann nur noch mit Kennfeld gefahren und die Lambdaregelung abgeschaltet (open Loop)).
Da die Motorverdichtung gleich bleibt und der Xedos keinen Turbolader hat (bei dem aufgrund der höheren Oktanzahl und der damit verbundenen Klopffestigkeit der Ladedruck angehoben werden könnte) nützt die höhere LPG Oktanzahl rein gar nichts. Es zählt der Energieinhalt (und meinetwegen noch die Zündwilligkeit) und sonst nichts.
Dies ist im Übrigen auch der Grund weshalb bei E10 Treibstoffen der Verbrauch etwas höher ist als bei E0. Meine Vergleichsrechnung bezog sich auf E0.
Ein Lambda von 1,00 ist auch nicht etwa dem Motor geschuldet, sondern rein der Abgasnachbehandlung. Bei der idealen Verbrennung hat eben der Katalysator seinen besten Wirkungsgrad. Ein Motor kann aber im Teillastbereich durchaus "mager" (heißt Lambda >1) betrieben werden. Dies hat man bspw. bei BMW bereits 1984 in den mit DME ausgestatteten Einspritzern so genutzt und somit im Stadtbetrieb und bei geringen Geschwindigkeiten recht geringe Verbräuche erzielt (die später bei den Katmodellen wieder gestiegen sind - gut nachvollziehbar beim BMW E24, der selbst 1988 mit wieder erstarkter zweiter Katgeneration um einiges mehr verbrauchte als die 85er Modelle ohne Kat, dafür aber mit Magerbetrieb - insbesondere bei den Automatikmodellen so, da der Wandler den Motor etwas "geglättet" hat).
Erst bei hoher Last wird ein Lambda <1 gefahren (0,75 bis 0,8; Lambdaregelung wird abgeschalten und auf die Kennfelddaten zurückgegriffen) um den Motor mit dem fetteren Gemisch eine innere Kühlung zu geben (und um damit Motorschäden zu vermeiden). In diesem Bereich wird das Abgasverhalten euch deutlich schlechter. Ich habe bei meinem 740er die OBD Daten während einer Strecke von 600km permanent ausgelesen und bis etwa 200km/h wird ständig versucht auf Lambda 1 zu regeln. Ab spätestens 200km/h ist damit Schluss. Es wird im offenen Loop gefahren und auf die (wahrscheinlich adaptieren) Kennfeldeinspritzdaten gegriffen. Da die ICOM Gasanlage immer die Einspritzdaten der Benzineinspritzung verwendet, lässt sich das wunderbar aus der Serien OBD auslesen.
Die Motorkontrolllampe meldet auch nicht jede kleine Gemischänderung, sondern nur erhebliche Abweichungen (längere Zeit außerhalb des Regelbereichs, bspw. Langzeittrimmung >+/- 25%) und dies klarerweise leider nur im Regelbereich (closed Loop). Ein zu mageres / fettes Gemisch - in meinem Fall über 200km/h - bekommt man also einfach nicht mit.
Deine Abgasmessung in der Werkstatt war wahrscheinlich aber nur im Leerlauf und daher nicht sehr aussagekräftig (aber besser als nix). Erst bei einem Prüfstandslauf gäbe es eine echt Aussage.
VG
Klaus
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Xedos 6 und Xedos 9 - perfekte Autos ohne Chance
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