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Motor, Luftfilter, Auspuff, Getriebe, ...


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Alt 18.11.2019, 14:13   #1
classiccar
Benutzer
 
Registriert seit: 06.11.2019
Beiträge: 7
Automatik-Getriebe bei X6, 6V

Hallo Forianer,
ich überlege mir den Kauf eines alten X6. Da das Angebot an gut erhaltenen Exemplaren recht überschaubar ist, muss ich wohl auch eine Automatik-Version mit in die Wahl nehmen. Über das Automatikgetriebe habe ich einige kritische Meldungen gelesen insbesondere im Hinblick auf Dauerhaftigkeit. Könnt Ihr mir ein paar Tipps geben, wie ich bei einer Probefahrt merke, ob das Getriebe in Ordnung ist?
Ist das mit 4 Gängen recht einfach ausgelegte Getriebe überhaupt in Euren Augen eine Überlegung wert?
Herzlichen Dank vorab!
Grüße
classiccar
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Alt 18.11.2019, 14:48   #2
wirthensohn
Administrator
 
Registriert seit: 30.07.2003
Ort: Bingen am Rhein
Beiträge: 8.402

Ford Fiesta Vignale (2017)
Mazda Xedos 6 2.0 V6 (1992)
Ich selbst war sehr, sehr lange Jahre davon überzeugt, dass die Wandlerautomatik in den Xedos' ziemlich grottig und zu wenig robust ist und für mich niemals in Frage käme...

Nun, inzwischen hatte ich schon zwei Xedos 9 Facelift mit dieser Automatik und mein aktueller Xedos 6 hat sie ebenfalls. Natürlich darf man sich nicht hinreißen lassen, ihre Arbeitsqualität mit der einer stets überaus geschmeidig und butterweich arbeitenden Wandlerautomatik aus dem Hause Mercedes-Benz zu vergleichen. Das außen vor gelassen, macht sie aber schlicht einen ordentlichen Job und ist meiner Meinung nach eine Empfehlung für Jeden, der nicht zwingend selbst schalten will und sowohl die geringere Höchstgeschwindigkeit als auch den erhöhten Verbrauch in Kauf zu nehmen bereit ist.

Und seit ich als Alltagsauto den neuen Ford Fiesta mit seiner relativ modernen, lernfähigen Sechsstufen-Wandlerautomatik fahre, hat auch nie wieder Irgendwer von mir irgendein schlechtes Wort über die Xedos-Automatik gehört. Die Ford-Automatik ist nämlich im direkten Vergleich wirklich grausig. Da wird die Xedos-Automatik zum Träumchen....

Was die Haltbarkeit betrifft: da kommt es meiner Meinung nach ganz drauf an, wie der bzw. die Vorbesitzer mit dem Getriebe umgegangen sind.

Die beiden Vorbesitzer meines aktuellen Xedos 6 haben es beispielsweise geschafft, in gerade mal 50.000 km das erste Getriebe zu schrotten und dann ein wohl niemals richtig funktionierendes Getriebe einzubauen. Jetzt ist das dritte Getriebe drin, das ich aus einem verunfallten Xedos 6 hatte ausbauen lassen - und das vor dem Unfall ebenfalls bei nicht mal 100.000 km für gut 2.000 Euro schon komplett überholt wurde. Jetzt fährt der X6 ordentlich, zuvor war das aber eine Ruckelorgie, mit ruppigem Anfahren und einem Getriebe, das in heißem Zustand auch schon mal in Notlauf ging.

Ich denke, dass das Getriebe in den Xedos' konstruktiv schlicht nicht ausreichend gegen grobe Fehlbedienung geschützt ist und dann halt irgendwann mal Schaden nimmt, wenn es ständig vom Fahrer malträtiert wird.

Solche "Foltermethoden" für das Getriebe sehe ich leider sehr oft und von vielen Autobesitzern. Beispiele:

- häufiger Kickdown - Attacke, Vollgas...
- Rückwärtsfahren und dann von 'R' nach 'D' schalten, obwohl das Auto noch rollt
- Vorwärtsfahren und dann von 'D' nach 'R' schalten, obwohl das Auto noch rollt
- das Auto an einer Steigung oder am Gefälle nur mit dem Getriebe in 'P' abstellen, ohne die Handbremse anzuziehen
- beim nicht vollständig zum Stillstand gekommenen Auto in 'P' schalten
- vor jeder Ampel in 'P' schalten statt es einfach den kurzen Moment mit der Bremse festzuhalten

Mir scheint, dass man in Stuttgart diese anscheinend üblichen Bösartigkeiten seiner Kundschaft eingeplant und die Getriebe so ausgelegt hat, dass sie sowas längere Zeit ertragen können. Die Xedos-Getriebe möchten aber gerne vernünftig und mit Verstand behandelt werden, dann halten sie auch lange.

Ein weiteres Problem, das der Haltbarkeit abträglich ist, hat Mazda selbst zu verantworten. Mazda sagt, das Getriebe sei wartungsfrei und schreibt in den Wartungsplänen nur alle paar Jahre mal die Kontrolle des Getriebeölstands vor. Nicht aber einen Ölwechsel. Und das ist - allerdings nicht nur bei diesen Mazda-Getrieben - Unsinn. Auch hier in der Xedos-Community wirst Du an verschiedenen Stellen den eindringlichen Rat lesen, spätestens alle 100.000 km einen solchen Getriebeölwechsel durchführen zu lassen. Das rate ich ebenfalls unbedingt.

So ein Ölwechsel war auch bei meinem letzten Xedos 9 Facelift mit irgendwas knapp über 100.000 km echt hilfreich: es fühlte sich zwar eigentlich alles schon richtig an, aber jetzt nicht wirklich übermäßig geschmeidig. Manchmal schon etwas ruppiger als gewünscht. Und als es sich dann einmal mit einem nicht beschreibbaren Geräusch "verschaltet" hatte, hatte ich direkt einen Ölwechsel durchführen lassen, samt frischem Ölfilter natürlich. Und ab da war alles schön ruhig und geschmeidig und wunderbar.

Grüße
Christian
wirthensohn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2019, 21:14   #3
classiccar
Benutzer
 
Registriert seit: 06.11.2019
Beiträge: 7
Guten Abend Christian,

herzlichen Dank für Deine umfassende und fundierte Auskunft! Das Problem bei einem alten Auto ist ja, dass man nie genau weis, wie es gefahren und behandelt wurde - insbesondere wenn es mehr als einen Vorbesitzer gibt.

Dann habe ich mir die Beschleunigungswerte angeschaut und gesehen, dass die Differenz zum Schalter sehr groß ist (deutlich mehr als bei anderen Herstellern, wie ich meine). Da ich ein möglichst ungefiltertes Fahrerlebnis - abseits hoher Geschwindigkeiten - schätze und mich möglichst stark mit dem Auto verbunden fühlen möchte, denke ich, dass für mich der Handschalter doch die bessere Wahl ist.

Viele Grüße

classiccar
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Alt 19.11.2019, 12:42   #4
Mazda RX-7 SA
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X9 2,5i V6 MTX '00; X6 2,0i V6 MTX '98 & X9 FL '02
Mazda 6 MPS 2006 & Mazda RX-7 SA 1981
Zitat:
Zitat von classiccar Beitrag anzeigen
Dann habe ich mir die Beschleunigungswerte angeschaut und gesehen, dass die Differenz zum Schalter sehr groß ist (deutlich mehr als bei anderen Herstellern, wie ich meine). Da ich ein möglichst ungefiltertes Fahrerlebnis - abseits hoher Geschwindigkeiten - schätze und mich möglichst stark mit dem Auto verbunden fühlen möchte, denke ich, dass für mich der Handschalter doch die bessere Wahl ist.
Mahlzeit.

Da kann ich dir zustimmen!
Ich habe auch einen Xedos 9 FL mit diesem Automatik-Getriebe, zusätzlich zum jetzt 2. Xedos 9 mit Schaltgetriebe.
Lange bin ich nicht damit gefahren, da ich vorher schon einige Jahre den Schalter gefahren bin. Mit der Automatik macht das Xedos fahren mir wirklich keinen Spaß. Vom Fahrverhalten her ist ein 2,5er X9 Automatik gleich wie ein 2,0er Schalter. Und das ist schon viel! Zum einen ist die Automatik locker 100kg schwerer und hat leider deutlich höhere Verluste als der Schalter.

Deshalb ist die Automatik ausm FL auch schon raus geflogen....


Zitat:
Zitat von wirthensohn Beitrag anzeigen
Solche "Foltermethoden" für das Getriebe sehe ich leider sehr oft und von vielen Autobesitzern. Beispiele:

- häufiger Kickdown - Attacke, Vollgas...
Hallo Christian.

Bezeichnest du das ernsthaft als Getriebe-Folterei? Wenn ein Getriebe die Motorleistung nicht aushält, dann ist es mMn Fehl am Platz bzw. zu schach ausgelegt.

Natürlich ist mir klar, dass JEDES Automatik-Getriebe weniger belastet wird wenn man Kickdown, Vollgas etc. vermeidet.
Aber wenn man um des Getriebes willen, bei schon insgesamt schlechteren Fahrleistungen dann nicht einmal Vollgas geben sollte macht das für mich doppelt keinen Sinn. Vorallem wenn wir von "nur" 160PS reden.
Mazda RX-7 SA ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.11.2019, 12:55   #5
wirthensohn
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Ford Fiesta Vignale (2017)
Mazda Xedos 6 2.0 V6 (1992)
Zitat:
Zitat von Mazda RX-7 SA Beitrag anzeigen
Aber wenn man um des Getriebes willen, bei schon insgesamt schlechteren Fahrleistungen dann nicht einmal Vollgas geben sollte macht das für mich doppelt keinen Sinn. Vorallem wenn wir von "nur" 160PS reden.
Es geht nicht um Vollgas als solches. Das Problem ist - übrigens so seit eh und je immer wieder überall in der Fachpresse und entsprechenden Veröffentlichungen nachzulesen - die Belastung des Getriebes beim Kickdown. Vor allem, wenn man es sehr häufig macht. Ich interpretiere das so, dass das Getriebe eben stark belastet wird, wenn beim Kickdown das Getriebe unter maximaler Last ein oder zwei (oder heutzutage auch mal mehr) Gänge runter schalten muss und dann auch noch mit hoher Motordrehzahl konfrontiert wird.

Auf Dauer soll das alles andere als gut für das Getriebe sein. Sagen zumindest all die Fachleute.

Aber es gilt wie so oft: kann man mal machen. Aber eben nicht ständig.

Grüße
Christian
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Alt 19.11.2019, 14:24   #6
Mazda RX-7 SA
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X9 2,5i V6 MTX '00; X6 2,0i V6 MTX '98 & X9 FL '02
Mazda 6 MPS 2006 & Mazda RX-7 SA 1981
Das herunterschalten sollte nicht das Problem sein. Weil ja dadurch der Motor auf höhere Drehzahlen gelassen wird.
Die größte Belastung fürs Getriebe ist definitiv dann, wenn er bei Vollgas am Begrenzer ankommt und rauf schalten muss. Da muss die Kupplung ja gegen die volle Leistung vom Motor ihn auf die niedrigere Drehzahl vom nächsten Gang runterbremsen.

Das habe ich auch bei meinem FL gemerkt, dass er zum Schluß in so einem Fall sich "verschluckt" hat. Das äußerte sich so, dass er mitten im Schaltvorgang wieder in den kleineren Gang zurück ist und nochmals versucht hat.
Wenn man dann vom Gas ging, hats natürlich sofort geklappt.

Ich stimme dir natürlich zu, dass dies die größte Belastung für das Getriebe ist!
Aber ich bleibe trotzdem bei der Meinung: Wenn das ein Getriebe nicht aushält, ist es unterdimmensioniert. Und da rede ich von weniger als 2.000 km!
Mazda RX-7 SA ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2019, 17:32   #7
JWBehrendt
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Registriert seit: 07.04.2006
Beiträge: 1.014
Xedos & ATX

Hi Leute,
der X6-2,0 mit ist Automatik ist mit Sicherheit nicht als sportlich zu bezeichnen. Hier im hügeligen Hunsrück ist die Motor-Getriebe-Kombination eine echte Spaßbremse, um halbwegs zügig die Hügel rauf zu kommen sind Drehzahlen zwischen 5000 und 7000 nötig! Also nix mit cruisen.

Wie schon in den vorigen Beiträgen dargelegt kann ein hydraulisches ATX einfach nicht wartungsfrei sein (wie Mazda wider besseres Wissen behauptet)!
Generell wird empfohlen, das ATX-Fluid alle 40 Tkm zu wechseln, bei mir alle 20 Tkm (siehe auch meinen diesbezüglichen Thread).
Dazu kommt der schon lächerlich kleine Ölkühler, der seine Funktion nicht erfüllen kann.
Ach ja, der Wandler ist auch nicht für wheelies ausgelegt, wie meine Tochter mir bewiesen hat.

Wieviel Tkm mein ATX mittlerweile auf dem Buckel hat, lässt sich leider nicht sagen, da der Xedos 6 schon einige Vorbesitzer hat.
Die Funktion des von mir überholten (Verschleissteile) ATX ist ok und auch nicht schlechter als bei sogenannten "modernen" Autos in der Leistungsklasse, kann jedoch mit dem Wirkungsgrad eines DKG nicht mithalten.

Fazit: Cruisen auf der Autobahn, ok. Stadtverkehr und Stau, ok.
Sportliches fahren und etwas steilere Straßen, ganz schnell vergessen!

so long, John
__________________
Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren.
Leonardo Da Vinci (1452 - 1519)
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