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wirthensohn 01.03.2011 18:43

E10: Mazda, die Ethanol-Beimischung und die EU-Umweltschutzlüge
 
<div style="float:right; width:266px;padding-left:20px;padding-bottom:10px;" align="right"><img src="http://projekte.wirthensohn.de/images/creativecommons/geaendertes-kraftstoffangebot-e10.jpg" width="266" height="400"><br><font style="font-style:italic;font-size:7pt;">CC-by-nc-nd astrablog</font></div>Wegen der allgemeinen Verunsicherung und der vielen Diskussionen über E10 versuche ich hier mal, ausführlich und so sachlich, wie es die Situation erlaubt, das ganze Thema zu beleuchten, damit jeder hier einen genauen Überblick bekommt, worum es bei der ganzen Hysterie eigentlich im Detail geht:


Sinn

Die europäische Union (EU) hat mit der Richtlinie 2009/30/EG[1] für alle EU-Mitgliedsstaaten die Einführung von Ottokraftstoff mit 10% Ethanol-Beimischung erlaubt.

Diese Richtlinie sieht vor, dass künftig Ottokraftstoff mit 10% Ethanol-Beimischung (sogenanntes E10) an Tankstellen angeboten werden können. Für Fahrzeuge, die diesen E10-Kraftstoff nicht vertragen, muss noch bis mindestens 2013 eine sogenannte Schutzsorte mit nur 5% Ethanol-Beimischung (E5) zusätzlich angeboten werden. Nach 2013 kann ggf. noch Super / Super Plus als E5 angeboten werden.

Hinter dieser Maßnahme steckt der Gedanke, sich durch die Beimischung von Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen unabhängiger von Rohöl-Importen zu machen und die weltweiten Erdöl-Reserven zu schonen. Außerdem wird bei der Verbrennung von Ethanol nur so viel CO2 in die Umwelt abgegeben, wie die Pflanzen, aus denen das Ethanol gewonnen wurde, zuvor für ihr Wachstum aufgenommen haben.


Unsinn

Auch wenn die EU es durchaus gut gemeint hat, ist die Sache doch nicht zu Ende gedacht. Denn leider hat sich in Brüssel niemand Gedanken gemacht, wo denn eigentlich das Ethanol in der benötigten Menge herkommen soll. Fachleute haben errechnet, dass zum Erreichen der EU-Ziele eine Anbaufläche von rund 70.000 km² nötig wäre[2][3] - die doppelte Fläche Belgiens oder immerhin 1/5 der Gesamtfläche Deutschlands.

Nicht nur vom ADAC wird E10 abgelehnt, auch bei der Partei Die Grünen, Umweltverbänden wie BUND und WWF, stößt die neue Regelung auf Kritik und Ablehnung. Grund dafür ist der mehr als zweifelhafte Nutzen für die Umwelt.

Zusätzlich konkurrieren die Anbauflächen für die nötigen Pflanzen mit denen, die für Nahrungsmittel erforderlich sind. Wenn immer mehr Anbauflächen für Treibstoffproduktion genutzt werden, stehen immer weniger Flächen für Nahrungsproduktion zur Verfügung, wird die Nahrungsversorgung gerade in Ländern der dritten Welt erschwert. Auch wird immer mehr des für das gesamte Weltklima lebenswichtigen Regenwaldes Monokulturen und Treibstoffproduktion geopfert. Solche Monokulturen und die Abholzung bzw. Brandrodung klimarelevanter Wälder und Flächen erzeugen massive CO2-Aufkommen und schädigen Umwelt und Klima nachhaltig[4].

Auch wird gerne vergessen, dass das zusätzliche Ethanol nicht nur bei der Bereitstellung der Anbauflächen, deren Bewirtschaftung, der Erzeugung des Ethanols aus den Pflanzen und nicht zuletzt durch Transporte der Rohstoffe und Endprodukte zusätzlichen CO2-Ausstoß produziert.


Potenzielle Gefahren

Laut ADAC kann E10 insbesondere bei hohem Druck und hohen Temperaturen korrosiv auf Aluminium wirken, was schon bei einmaliger Betankung mit E10 Motoren und Kraftstoffsysteme beschädigen kann[5]. Auch Dichtungen und Schläuche im Kraftstoffsystem sind gefährdet.

Der ADAC weist darauf hin, dass bereits eine einzige Betankung mit E10 zu ernsten, nachhaltigen Schäden führen kann. Hat man ein nicht für E10 geeignetes Fahrzeug irrtümlich mit E10-Kraftstoff betankt, soll man auf keinen Fall den Motor starten, sondern das Auto abschleppen und den Kraftstoff abpumpen lassen[12].

KFZ-Fachleute weisen auch darauf hin, dass Ethanol Kunststoffen die Weichmacher entziehen kann, wodurch diese brüchig und undicht werden. Dann könne es durchaus passieren, dass z.B. durch eine poröse Kraftstoffleitung Kraftstoff auf heiße Auspuffteile tropfen und sich entzünden könnten[6].


Offizielle Auskunft von Mazda

Mazda gibt ausschließlich die Modelle der Zoom-Zoom-Generation, also ab dem Mazda6 von 2002, für die Verwendung von E10-Kraftstoff frei[9].

Für alle Modelle vor der Zoom-Zoom-Generation gibt Mazda keine Freigabe und rät nachdrücklich davon ab, E10-Kraftstoff zu tanken, da dies das Kraftstoffsystem des Fahrzeugs beschädigen kann.


Energiehalt und Mehrverbrauch

Reines Ethanol (sozusagen "E100") enthält nur etwa 65% des Energiegehalts verglichen mit reinem Superbenzin. Hinzu kommt, dass die Verbrennungstemperatur bei Ethanol deutlich höher ist und die Zündeigenschaften schlechter sind als bei Benzin[7].

Dieser geringere Energiegehalt muss mit entsprechend höherem Verbrauch ausgeglichen werden. Bei E85 liegt der theoretische Mehrverbrauch bei 43%, in der Praxis wird von einem ca. 30% bis 40% höheren Verbrauch ausgegangen.

Bezogen auf E10 liegt der theoretische Mehrverbrauch aufgrund des entsprechend geringeren Energiegehalts theoretisch bei etwa 3% gegenüber dem bisherigen E5 bzw. 6% gegenüber reinem Superbenzin ohne Ethanolbeimischung.

AutoBild hat in Praxisversuchen mit einem modernen VW Golf 1.4 TSI festgestellt, dass der Mehrverbrauch bei E10 gegenüber E5 tatsächlich bei rund 5% liegt[8], während der ADAC von 1,5% bis 3% ausgeht[5].


Kosten

Mineralölkonzerne müssen das beizumischende Ethanol extern auf dem Markt zukaufen. Ein Aral-Sprecher wies darauf hin, dass Biokraftstoffe im Einkauf etwa doppelt so teuer seien wie fossile Brennstoffe[10]. Diese zusätzlichen Kosten geben die Konzerne selbstverständlich an die Kunden weiter.

Hinzu kommt, dass die Politik den Mineralölkonzernen eine jährlich steigende Mindestabsatzquote für Biokraftstoffe auferlegt hat[11], die diese erreichen müssen. In der Presse liest man in diesem Zusammenhang immer wieder den Begriff "Strafsteuern" im Falle von Nichteinhaltung der Quoten. Um die Kunden also zum Tanken von E10 zu motivieren, kostet die Schutzsorte Super E5 deutlich mehr als Super E10, teilweise genau so viel wie Super Plus.

Aufgrund des oben bereits beschriebenen Mehrverbrauchs kann es durchaus sein, dass Super Plus E5 unter Umständen sogar nicht mal teurer wäre als das neue Super E10. Hier anhand der Preise einer örtlichen Aral-Tankstelle vom 01.03.2011 und den von AutoBild ermittelten 5% Mehrverbrauch grob durchgerechnet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit):

Super E10, Tankstellenpreis: 1,549 Euro
Super E10, inkl. 5% Mehrverbrauch: 1,626 Euro
Super Plus E5, Tankstellenpreis: 1,629 Euro

Theoretische Ersparnis beim Tanken von Super E10: 0,003 Euro (0,3 Cent) je Liter. Wer also offiziell nicht E10 tanken darf, muss mit Super Plus E5 zumindest keine nennenswerten Mehrkosten befürchten. An vielen Tankstellen kostet Super Plus E5 jedoch "nur" 6 Cent mehr als Super E10, nicht 8 Cent, wie an der beispielhaften Aral-Tankstelle, wodurch sich mit Super Plus E5 im Extremfall sogar kostengünstiger fahren ließe.


Gegenargumente

Viele Autofahrer fragen sich, ob E10 wirklich so gefährlich und zerstörerisch ist, wie berichtet wird. Die Frage ist berechtigt, stellt E10 doch eigentlich nur eine geringfügig höhere Ethanol-Konzentration dar, als es bei dem als unbedenklich geltenden E5 der Fall ist.

Viele User in diversen Foren betankten ihre (älteren) Autos auch versuchsweise mit E50 oder gar E85, also mit erheblich höheren Ethanol-Anteilen im Kraftstoff - zuweilen auch über längere Zeiträume. Berichte über Defekte, undichte Schläuche oder zerstörte Dichtungen aufgrund der Biosprit-Verwendung finden sich im Netz jedoch bislang nicht.

In zahlreichen Internet-Foren kursiert ein angeblicher Beitrag eines MX-5-Besitzers aus einer MX-5-Community, der selbst Chemiker sei und seinen MX-5 mit purem E85 betankt[14]. Dieser Chemiker hält der allgemeinen Hysterie entgegen, dass Ethanol gegenüber Gummidichtungen und Benzinschläuchen weniger aggressiv und gefährlich sei, als Wasser. Er versucht darzulegen, dass Ethanol ein deutlich schwächeres Lösungsmittel sei, als Wasser und auch die Säurestärke von Wasser höher sei.

Die Originalquelle dieses im Netz sehr häufig zitierten Textes ist jedoch nicht aufzufinden.

Speziell im Fall von Mazda kommt eine weitere, interessante Sache hinzu:

Mazda verweigert beispielsweise explizit auf Nachfrage auch der letzten Generation des 121 die Freigabe für E10 und weist auf die Beschädigungsgefahr hin. Der letzte 121 war jedoch exakt baugleich mit dem Ford Fiesta (JAS/JBS) und wurde auch zusammen mit dem Fiesta am gleichen Band produziert. Ford jedoch erteilt dem Fiesta eine Freigabe für E10.

Ebenso verhält es sich mit dem Mazda Tribute, der eigentlich ein Ford Maverick ist. Auch für den Maverick gibt es eine Freigabe von Ford, nicht so von Mazda für den baugleichen Tribute.

Das Gleiche auch für die Mazda-Modelle auf der GE-Plattform: Mazda 626 GE, MX-6 GE6 und Xedos 6 haben keine Freigabe, Mazda warnt eindringlich und überdeutlich vor der Verwendung von E10-Kraftstoff, da dies das Kraftstoffsystem erheblich beschädigen könne. Man muss bei dieser Aussage zur Kenntnis nehmen, dass vom Motor keine Rede ist.

Auf eben dieser Mazda-GE-Plattform, ausgestattet mit Mazda-Technik und Mazda-Motoren basiert auch der Ford Probe. Dieser jedoch hat natürlich eine E10-Freigabe von Ford erhalten.


Reaktionen

Es zeigt sich nach Einführung des E10-Kraftstoffs, dass nicht etwa nur die Autofahrer, deren Autos von den Herstellern nicht für E10 freigegeben wurden, völlig verunsichert sind und nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen und was mit ihrem Auto tatsächlich bei Verwendung von E10-Kraftstoff passieren kann, sondern auch Besitzer von Fahrzeugen, die explizit für E10 freigegeben wurden. Diese Autofahrer haben Bedenken, dass E10 auch ihr Fahrzeug beschädigen könne, wenn es schon für andere Fahrzeuge so enorm gefährlich sein soll.

Geschürt wird diese allgemeine Verunsicherung dadurch, dass Aufklärung seitens Politik und der Mineralölkonzernen gar nicht statt findet, die Autohersteller nicht wirklich umfassend und klar informieren und Medien, Automobilclubs und Umweltverbände eher zusätzlich zur Verunsicherung beitragen.

Die Verunsicherung führt unmittelbar nach der Einführung von E10-Kraftstoff zu einem Umschwenken der Tankstellenkunden zum teureren Super Plus (E5). Tankstellenbetreiber und Mineralölkonzerne kämpfen mit der stark gestiegenen Nachfrage nach Super Plus und der Verweigerung von Super E10, weil Tankkapazitäten und Raffinerien auf die Nachfrage nach dem bisherigen Nischenprodukt gar nicht ausgelegt sind[13].


Fazit

Die Gefährlichkeit von E10 für gängige Autos, auch ohne Freigabe durch den Hersteller, darf angezweifelt werden. Auch, ob die allgemeine Hysterie wirklich gerechtfertigt ist.

Man kann es natürlich ohne Langzeiterfahrungen nicht gesichert behaupten und auch keine Empfehlungen geben. Jedoch gibt es begründete Zweifel, ob die geringe Erhöhung der Beimischung aus einem ungefährlichen Kraftstoff wirklich einen gefährlichen, alles zerstörenden Kraftstoff macht.

Man weiß leider nicht, wie sich E10 langfristig in Kraftstoffsystemen unserer nicht für E10 freigegebenen Autos auswirkt. Ein paar Monate mit E10, E50 oder E85 oder ein paar zehntausend Kilometer taugen jedoch noch nicht für echte Klarheit. Gesichert sind nur Erkenntnisse über die tatsächliche Aggressivität und Zerstörungskraft von E10 dort, wo es unter hohem Druck auf Übergänge unterschiedlicher Materialien trifft, wie in Hochdruckeinspritzsystemen bei Benzindirekteinspritzern. Daher dürfen nahezu alle Fahrzeuge mit Bosch-Direkteinspritzungen kein E10 tanken.

Es bringt übrigens gar nichts, zu versuchen, mit irgendwelchen Additiven oder gar mit Zweitaktöl im E10-Sprit dem Problem beizukommen.


Christian Wirthensohn, Xedos-Community, 01.03.2011


Weiterführende Links
Quellennachweise

[1] Europäische Union, Richtlinie 2009/30/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
[2] Grüne Hannover, Regions-Grüne zu E10 : Kein Spritverbrauch ist das "wahre" Bio
[3] SWR Fernsehen, Biosprit E10 : Sinnvoll oder Preistreiber?
[4] Zeit Online, Umweltschutz: Umweltverband bescheinigt Biosprit schlechte Klimabilanz
[5] ADAC, ADAC informiert zu Bio im Sprit - Ottokraftstoff mit 10 % Bioethanolanteil
[6] ZDF Frontal21, Wirrwarr bei E10-Sprit
[7] Martin Kaltschmitt,Hans Hartmann,Hermann Hofbauer; Energie aus Biomasse: Grundlagen, Techniken und Verfahren
[8] AutoBild, 17.02.2011, Verbrauchstest E10: VW Golf 1.4 TSI - So steigt der Verbrauch mit Bio-Benzin
[9] Mazda Motors (Deutschland) GmbH, E10 Kraftstoff
[10] Aral, Neue Kostenbelastung für den Autofahrer?
[11] Agentur für erneuerbare Energien e.V., Biokraftstoffe – Daten und Fakten 2009
[12] Auto-Motor-und-Sport, Nach Fehlbetankung nicht weiterfahren
[13] Handelsblatt, 01.03.2011, Problematischer Bio-Sprit: Autofahrer verweigern E10
[14] RPM-Crew Forum, Info zum Thema E10

http://vg02.met.vgwort.de/na/bc7053d...7113cf80473311

wirthensohn 01.03.2011 18:43

Was noch?

Von einem Tankstellenbetreiber habe ich erfahren, dass noch längst nicht überall E10 drin ist, wo E10 drauf steht.

Es sind zwar schon viele Zapfsäulen, insbesondere an Tankstellen der großen Mineralölkonzerne, umgerüstet. Jedoch steht aktuell E10-Kraftstoff noch gar nicht zuverlässig und in den benötigten Mengen zur Verfügung. Es wird wohl noch bis Ende April dauern, bis wirklich aus allen E10-Zapfpistolen tatsächlich E10 fließt und nicht das bisherige E5.

Gruß,
Christian


Ergänzung, 02.03.2011

Jay, ein netter Admin des Probe-Bayern.de Forums hat mir noch folgende Information zukommen lassen, die den Ford Probe betrifft, also den Plattform- und Technik-"Bruder" unseres Xedos 6:

Zitat:

Zu den Anmerkungen bzgl. dem "Ford" Probe:
Der Probe 1 mit dem F2T und F2 Motor sowie der Probe 2 mit dem FS und dem KL-Motor haben eine E10 Freigabe in den USA. Steht so schon in den originalen Betriebshandbüchern (also dem aus den USofA und Kanada) drin.

In den USofA wird bereits seit den 80er Jahren vereinzelt E10 ausgeschenkt, seit 1989 sogar flächendeckend überall. Entsprechend sind eigentlich ALLE für den amerikanischen Markt gebauten Fahrzeuge E10-fest. Einzig für das richtig "starke" E85 achtet man in Amerika auf entsprechende Freigaben für das Fahrzeug, bereits Ende der 80er/Anfang der 90er konnte man hier "FlexFuel" bzw. "BiFuel"-Fahrzeuge bestellen, die dann (wahrscheinlich "nur"?) entsprechend geänderte Leitungen haben, die Köpfe sind meist die gleichen. Andere (US-)Fahrzeuge widerum sind schon ab Werk und ohne irgendwelchen "besonderen Teile" E85-tauglich, ergo natürlich auch für E10 zugelassen.

Aus Erfahrung und Selbstversuch eines Freundes ergänze ich mal noch:
Zitat:

Und um nochmal das Thema Ethanol vs Aluminium.

Desto reiner das Aluminium, desto größer die Gefahr der Oxidation. Das Alu was Mazda verwendet oxidiert nicht stark, was auf einzelne Legierungen schliessen lässt, die das verhindern. Probleme mit Oxidation von Aluteilen in Motoren in Zusammenhang mit E10 gibt es, daß betrifft ansich nur europäische Herrsteller, speziell französische und auch einen deutschen. Von sonstigen Problemen ist mir nichts bekannt, ausser viel bla bla. Das Problem ist, daß die Ansaubrücken bestimmter Motoren von Innen regelrecht aufblühen. und auch andere Komponenten sich von Innen zerlegen, daß trifft aber nur auf eine handvoll Motoren zu.

Bei Mazdamotoren kann ich das defenitiv ausschliessen. Ich habe selber lange genug Versuche gefahren bzw. kenne welche die das auch ausprobiert haben. Die von mir dafür benutzten Motoren bzw. die der mir bekannten weisen deswegen keine Schäden auf und auch von Innen keine Oxidationen. Ich fahre mit weit höheren Mischungen als E10 seit 2005. Die einzigste Problematik besteht irgendwann darin, daß das Gemisch zu mager ist, wenn man zu viel davon zwischenmischt. Und mir ist aufgefallen, daß jeder Motor unterschiedlich darauf reagiert und das sogar unter den gleichen Typen.
Desweiteren stärkere Angriffe auf Tankinnenleben, Spritpumpe und Schläuche gibt es nicht.
Bei meinem 3,0l V6 (Ford-Motor) Probe hab ich vor kurzen den Tank getauscht, da die Entlüftungsanschlüsse oben abgerostet sind (von aussen). Innen war alles blitzblank und auch Pumpe und Co waren tadellos. Mein 3,0l ist sehr häufig mit höheren Mischungen als E10 befüllt worden, da ich was das betrifft, sehr geizig bin. Der 3,0l ist dazu noch der der mit LPG läuft, heißt der Sprit ist da noch wesentlich länger drin, als normal, da die meiste Zeit nur Gas gefahren wird. Benzin bzw Ethanol brauche ich nur für die Warmlaufphase oder wenn ich mal richtig Gas geben will.

Ich gebe allerdings noch zu bedenken, daß die Motorelektronik schon einigermassen in Ordnung sein muß, da höhere Mischungen als E10 ansonsten zu lauftechnischen Problemen führen kann, wenn diese nicht sogar schon im normalen E5 Betrieb auffallen.
Fazit zum Probe:
Wenngleich Mazda Deutschland nein sagt und Ford Deutschland alle seine alten Autos freigegeben hat - letztlich für mich entscheidend ist die Aussage, dass ALLE für den amerikanischen Markt gebauten Fahrzeuge E10-fest sind.

w00lf 01.03.2011 18:58

Super Zusammenfassung. :ja:

Mir stellt sich nur noch die Frage, wann denn auch Österreich willig ist, diesen Blödsinn von Seiten der EU zu akzeptieren. Ich hoffe das lässt sich noch so weit aufschieben, bis es wirklich verwertbare Ergebnisse und Erkenntnisse bezüglich der Verwendung von E10 für unsere alten Mazdas gibt.

mfg, Wolfgang

wirthensohn 01.03.2011 19:02

Österreich muss es nicht "akzeptieren". Österreich ist Teil der EU, bestimmt im EU-Parlament mit, wo es beschlossen wurde, folglich muss Österreich es auch in Form eines entsprechenden nationalen Gesetzes umsetzen. Das ist keine Frage das "ob", sondern des "wann". So funktioniert die EU...

Gruß,
Christian

wirthensohn 01.03.2011 19:04

Ach so: ich konnte leider keine konkreten Informationen aus Frankreich in Erfahrung bringen, wo E10 schon seit Jahren flächendeckend an allen Tankstellen abgegeben wird. Aber auch in Frankreich fahren Mazda-Modelle rum, die laut Mazda nicht für E10 geeignet sind - aber mit irgendwas müssen Mazdas ja auch in Frankreich betankt werden ;)

Gruß,
Christian

Rossi 01.03.2011 19:04

Toller Beitrag, sehr informativ.
Das mit dem Ford Probe ist ja interessant, hat der andere Benzinleitungen?

wirthensohn 01.03.2011 19:06

Zitat:

Zitat von Rossi (Beitrag 110750)
Das mit dem Ford Probe ist ja interessant, hat der andere Benzinleitungen?

Ich mag nicht wirklich glauben, dass beim Ford Probe Tank, Kraftstoffpumpe und Kraftstoffleitungen aus einem anderen Material bestehen, als beim 626, MX-6 oder Xedos 6... :think:

Gruß,
Christian

DGFxedos6V6 01.03.2011 19:07

Was mir absolut nicht in Schädel geht ist dass der Probe 2 es tanken darf aber X6 und X9 nicht - WARUM ???
Ist doch der gleiche Motor somit müsste man im X9 2.5 die biosuppe auch tanken dürfen?

Oder was anderes wenn ich einfach den Motor vom Probe samt Benzinleitungen bis hinter zum Tank einbaue, darf ich es auch tanken oder wie sehe ich dass :p

w00lf 01.03.2011 19:08

Zitat:

Zitat von wirthensohn (Beitrag 110748)
So funktioniert die EU...

DAS muss allerdings zum Glück gar nichts heißen, manche Dinge werden so in die Länge gezogen, dass vor Durchsetzen der neuen Regelungen schon wieder neue da sind, oder die alten (aufgrund der zweifellosen Einsicht, dass es absolut stupider und nichtsbringender Unsinn ist) längst wieder aufgehoben sind. 8)

mfg, Wolfgang

wirthensohn 01.03.2011 19:12

Zitat:

Zitat von DGFxedos6V6 (Beitrag 110752)
Ist doch der gleiche Motor somit müsste man im X9 2.5 die biosuppe auch tanken dürfen?

Nun ja, nochmal: Mazda behauptet nicht, dass der Motor für E10 ungeeignet sei. Mazda sagt lediglich, dass durch E10 das Kraftstoffsystem (!) beschädigt werden könne.

Oder im Original:

Zitat:

Mazda gibt für Ihr Fahrzeug keine Freigabe für die Verwendung von Super E-10, der das Kraftstoffsystem Ihres Mazda Xedos 6 schwer beschädigen kann. [...]
In Zukunft, wo Super-Kraftstoff nur noch mit 10%igem Bioethanol-Gehalt erhältlich sein wird, tanken Sie bitte nur Super-Plus E5. Dessen Bioethanol-Gehalt von 5% ist unbedenklich.
Darüber darf sich jetzt jeder selbst seine Gedanken machen ;)

Gruß,
Christian

GIFT2 01.03.2011 19:15

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Toller Beitrag, danke Christian :ja:
Ergänzend wollte ich noch ein Schreiben mit anhängen, was ein Xedos-Community Mitglied 2008 (auf Nachfrage bei Mazda) erhalten hat.
Finde im Moment den original Thread nicht mehr.

wirthensohn 01.03.2011 19:17

Da darf man dann mal ernsthaft hinterfragen, woher binnen zwei Jahren dieser gravierende Sinneswandel kommt?!

Gruß,
Christian

XmaXV6 01.03.2011 19:25

hey christian,

hast dich ja richtig reingehängt.
informativ und umfassend, eine gute zusammenfassung zum thema e10.

danke für die mühe.

Phoenix 01.03.2011 20:35

Danke für den Beitrag, war sehr informativ.

Interessant auch die Frage, ob hier jemand E10 tankt mit seinem Xedos. Ich trau mich leider nicht und rüste dann wohl auf LPG um. Das die Mineralölindustrie sich den Unsinn der EU zu Nutze macht war ja zu erwarten ...

Nici75 01.03.2011 20:45

Oh ja ich habe schon E10 getankt. aber bevor ich mich belesen hatte:?. Nun war ich auch verunsichert. Aber ich glaub auch nicht an diese Panikmache...

Und der Beitrag von Christian war sehr hilfreich.... nun hoffe ich nur, dass mir mein Xedos keinen Ärger macht. Habe ihn ja erst seit knapp zwei Wochen....

-=LuX=- 01.03.2011 20:54

Hallo Christian,

Danke für diese perfekt gemachte und sachliche Zusammenfassung zu diesem Thema. Sehr professionell und sollte vielleicht als Informationsquelle angepinnt werden. Sehr schön..

:respekt:

Gruß
Jürgen

Webmasterxp 01.03.2011 21:15

@Admin...habs dann auch gefunden ;)

:ja::ja::ja:

Das mit dem Sinneswandel seitens Mazda ist aber schon der Hit :!:

Rossi 01.03.2011 22:48

Ich habe auch schon E10 getankt, ich sehe da aber keine Probleme, fährt wie immer.
Mal sehen ob ich einen Mehrverbrauch nachvollziehbar feststellen kann.

Allroundeer 01.03.2011 23:55

Eines ist mir aber noch unklar, ich arbeite ja auf einer Tankstelle, und wir haben als einzige Tanke im Landkreis das E85.Und wir haben auch Informationsbroschüren bezüglich der umrüstung auf E85, und da steht drin, dass E85 105 Octan hat, das sind ja dann soger mehr als von der Aral das Ultimate...und dann hats trozdem eine niedrigere effizienz, und höheren verbrauch? ..Aral wirbt ja grad damit, dass das Ultimate, bis zu 10% weniger verbraucht gegenüber herkömmlichen Super.

Ich kann ja morgen mal so eine Broschüre mitnehmen und versuchen sie einzuscannen .

Rooz21 02.03.2011 00:35

danke christian, sehr schön und vorallem informativ!

E10? meiner meinung nach eine gewollte "bereinigung" von alten fahrzeugen À la "umweltprämie"

warum? alte fahrzeuge vertragen angeblich kein E10 => neues fahrzeug kaufen => wirtschaft ankurbeln :mrgreen:

Eddyk 02.03.2011 04:41

Zitat:

Zitat von Allroundeer (Beitrag 110781)
dass E85 105 Octan hat, das sind ja dann soger mehr als von der Aral das Ultimate...und dann hats trozdem eine niedrigere effizienz, und höheren verbrauch? ..Aral wirbt ja grad damit, dass das Ultimate, bis zu 10% weniger verbraucht gegenüber herkömmlichen Super.

Die Octanzahl ist nur ein Mass für die Klopffestigkeit des Treibstoffes, sprich wie hoch dieser Verdichtet werden kann.

wirthensohn 02.03.2011 08:07

Die Oktanzahl bestimmt letztendlich, wie spät die Zündung des Gemischs erfolgen darf, ohne dass sich das Gemisch unerwünscht frühzeitig selbst entzündet (das sogenannte "Klopfen"). Das hat aber weder etwas mit dem Energiegehalt des Kraftstoffs zu tun, noch mit dessen Heiz- oder Brennwert.

Autogas hat bekanntlich über 110 Oktan und aufgrund seines geringeren Energiegehalts gibt es dennoch einen nennenswerten Mehrverbrauch.

Zitat:

Zitat von Allroundeer (Beitrag 110781)
Aral wirbt ja grad damit, dass das Ultimate, bis zu 10% weniger verbraucht gegenüber herkömmlichen Super.

...und wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann und dass die Erde eine Scheibe ist ;)

Gruß,
Christian

stk_jj 02.03.2011 08:54

Moin,

am erstaunlichsten finde ich aber die hellseherischen Fähigkeiten der Automobilhersteller bezüglich E10. So ziemlich alle legen sich auf ein fixes Datum fest, ab dem Motoren, Kraftstoffsystem, whatever … mit E10 klarkommen.

Einige auf 01.01.2000, einige sogar auf exakt 10 Jahre früher, … Egal wie: die haben es alle von mehr als 10 Jahren hinbekommen, zu wissen, dass dieses Jahr E10 eingeführt wird und die laufende Fertigung pünktlich auf den Stichtag umgestellt! Oder wie, oder was …*:o

Bei meinem aktuellen X(antia) ist das ein wirkliches Wunder: der XU7 Motor des PSA-Konzerns wird seit 1987 (im Peugeot 405) bis 2008 (im Citroen Berlingo) mehr oder minder unverändert (Zylinderkopfvarianten mit 8v und 16v) eingesetzt.

Gruß Stefan

Allroundeer 02.03.2011 10:34

Zitat:

Zitat von wirthensohn (Beitrag 110784)
Die Oktanzahl bestimmt letztendlich, wie spät die Zündung des Gemischs erfolgen darf, ohne dass sich das Gemisch unerwünscht frühzeitig selbst entzündet (das sogenannte "Klopfen"). Das hat aber weder etwas mit dem Energiegehalt des Kraftstoffs zu tun, noch mit dessen Heiz- oder Brennwert.

Autogas hat bekanntlich über 110 Oktan und aufgrund seines geringeren Energiegehalts gibt es dennoch einen nennenswerten Mehrverbrauch.



...und wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann und dass die Erde eine Scheibe ist ;)

Gruß,
Christian


Ja, das ist mir klar ;)

Aber die Broschüre weist auch eine Werkstatt auf, die die Autos auf E85 umbaut , und soweit ich das richtig in erinnerung habe, wird bei den meisten modelen nur das steuergerät angepasst, und der zündzeitpunkt evtl auch verschoben, ..von kraftstofleitungen stand da nichts.

Ca 500€ für nen V6 kostet der umbau incl .eintragung und allem

wirthensohn 02.03.2011 11:18

Zitat:

Zitat von stk_jj (Beitrag 110786)
am erstaunlichsten finde ich aber die hellseherischen Fähigkeiten der Automobilhersteller bezüglich E10. So ziemlich alle legen sich auf ein fixes Datum fest, ab dem Motoren, Kraftstoffsystem, whatever … mit E10 klarkommen.

Einige auf 01.01.2000, einige sogar auf exakt 10 Jahre früher, … Egal wie: die haben es alle von mehr als 10 Jahren hinbekommen, zu wissen, dass dieses Jahr E10 eingeführt wird und die laufende Fertigung pünktlich auf den Stichtag umgestellt! Oder wie, oder was …*:o

Die Hersteller wussten natürlich nicht im Voraus aufgrund hellseherischer Fähigkeiten, dass sie ab einem Stichtag X die Autos für E10 geeignet herstellen mussten.

Ganz im Gegenteil: die E10-Problematik kam irgendwann sozusagen aus heiterem Himmel über sie. Dann begann das große Jammern, das Rätselraten, die Panik. Irgendwann haben sich dann die Ingenieure zusammen gesetzt und in den Unterlagen nachgeschaut, ab wann für welche Modelle Komponenten von den Zulieferern bezogen wurden, die ausschließlich aus Materialien bestehen, die von E10 nicht angegriffen werden können.

Oder konkret im Fall Mazda: das E10-Grauen überkam auch Mazda aus heiterem Himmel. Also hat man geprüft und festgestellt, dass alle zugelieferten (Tank, Kraftstoffpumpe, Schläuche und Leitungen) und selbst produzierten Teile (Motor) bei den neueren Modellen kein Problem mit höheren Ethanol-Anteilen haben. Also konnte man diese Modelle bedenkenlos freigeben.

Bei den älteren Modellen hatte man entweder keine konkreten Informationen oder Erkenntnisse, es gibt vielleicht den jeweiligen Zulieferer schon längst nicht mehr oder niemand kann genau im Nachhinein feststellen, welche der verwendeten Materialien langfristig wie auf Ethanol reagieren. Also keine Freigabe.

Bei Mazda hat sich in der Produktion, den internen Strukturen, den Konstruktionen, den Motoren und auch bei den Zulieferern mit der Zoom-Zoom-Generation ab 2002 vieles geändert. Und was man ab 2002 zugeliefert bekam, ist halt E10-geeignet.

Aber vor 2002 war dieser E10-Irrsinn längst noch nicht spruchreif.

Kein Thema ist E10 natürlich für Hersteller wie Ford, Volvo oder amerikanische Hersteller, die schon sehr lange Zeit Ethanol-/E85-geeignete Modelle anbieten oder Modelle für Märkte wie Brasilien, wo E85 seit eh und je gängiger Kraftstoff ist, denn dort werden dann generell für hochprozentiges Ethanol geeignete Materialien verbaut.

Gruß,
Christian

wirthensohn 02.03.2011 12:39

02.03.2011: Ergänzung in Beitrag #2 hinzugefügt.

Gruß,
Christian

stk_jj 02.03.2011 15:10

Zitat:

Zitat von wirthensohn (Beitrag 110792)
Die Hersteller wussten natürlich nicht im Voraus aufgrund hellseherischer Fähigkeiten, dass sie ab einem Stichtag X die Autos für E10 geeignet herstellen mussten.

ich vergass die Ironie-Tags ;-)

Ich halte die - von welchem Hersteller auch immer - genannten Stichtage für völlig willkürlich gewählt. Einzig die Tatsache das man für neuere Fahrzeuge aus der Freigabe eine Anspruch ableiten kann, wenn doch was schief gehen sollte rechtfertigt das jeweilige Datum.

Umgekehrt halte ich es aber für ebenso gut möglich, das ältere Fahrzeuge, die faktisch mit der gleichen Technik ausgestattet sind, aber ebenso gut E10 verträglich wären, man aber - siehe unter »Altlastenkiller« - geflissentlich ignoriert um lieber neue verkaufen zu wollen.

Man merkt: mir fällt es schwer die in deinem OT so hervorragend gefundene Sachlichkeit beizubehalten. Mir schwillt da einfach der Kamm! :x

Gruß Stefan

JWBehrendt 02.03.2011 19:29

Super Christian! Da hast Du Dich ja richtig reingehängt.
Gibt es eigentlich in Frankreich keine Mazda-Community? Ich bin da bisher auch nicht fündig geworden & kann mir nicht vorstellen, daß in den französischen Mazdas andere Komponenten verbaut wurden als hier.
Unmöglich ist es jedoch nicht, wie das Beispiel meines für die Schweiz gebauten 626GD beweist.
Bei den Mazdas für den amerikanischen Markt wäre es durchaus denkbar, siehe MX5 NA (Miata), die ja auch teilweise in Amiland gefertigt werden.
Brasilien scheint in den letzten Jahren ohne neue Mazdas leben zu müssen, siehe www.mazda.com.br/. Vielleicht wegen des hohen Ethanolgehalts.

so long,
John

RoRo 03.03.2011 09:12

Hi, doch gibt´s

http://www.mazdafrenchclub.com/phpBB3/index.php
http://www.mazdafrenchclub.com/phpBB3/search.php

nach Deinem Hinweis vor einigen Wochen hab ich dort nach E10 Beiträgen gesucht - nicht viel gefunden.
Wenn ich es richtig verstanden habe (großes Fragezeichen ;)), hat man das Thema nicht so wichtig
genommen und den Mehrpreis für Super plus gezahlt.

Wenn Du jemand an der Hand hast der französisch einigermasen drauf hat kann die/der ja nochmal suchen.

Gruß
Roland

wirthensohn 03.03.2011 09:48

Ist denn hier jemand des Französischen mächtig und könnte mal nach entsprechenden Informationen und Erkenntnissen aus Frankreich suchen? Bei mir reicht es leider nur für Deutsch und Englisch... ;)

Gruß,
Christian

born2die 03.03.2011 10:40

Zitat:

Zitat von wirthensohn (Beitrag 110843)
Ist denn hier jemand des Französischen mächtig und könnte mal nach entsprechenden Informationen und Erkenntnissen aus Frankreich suchen? Bei mir reicht es leider nur für Deutsch und Englisch... ;)

Gruß,
Christian

Bei mir nur Russisch und Deutsch :?
Französisch und Spanisch hatte ich zwar auch, hab sie aber ganz schnell wieder verdrängt :D

wirthensohn 03.03.2011 15:33

Neuigkeiten. Ohne Kommentar.

Zitat:

Niemand will den Biosprit E10 tanken - jetzt zieht die Mineralölwirtschaft drastische Konsequenzen: Die bundesweite Einführung des Treibstoffs wird vorläufig gestoppt, teilte der Branchenverband mit: "Das System platzt sonst."

Berlin - Dem Biosprit E10 droht ein Absatzdesaster: Nach den massiven Verkaufsproblemen wird die bundesweite Einführung vorläufig gestoppt. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, am Donnerstag der dpa.

"Das System platzt sonst", sagte er mit Blick auf Versorgungsengpässe bei anderen Benzinsorten, die wegen des Käuferstreiks bei E10 verstärkt getankt werden. Es gebe derzeit massive Versorgungsprobleme bei anderen Spritsorten wie Super Plus, weil die Tanks zum Teil mit E10 belegt seien. Zudem könnten viele Raffinerien ihre vollen E10-Tanks nicht leeren.

Bisher wurde der Biosprit bei knapp der Hälfte der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt - vor allem im Osten und Süden des Landes. Zunächst solle abgewartet werden, ob die Verbraucher den Sprit in den kommenden Tagen annehmen, sagte Picard. Erst dann könne E10 in den restlichen Regionen Deutschlands eingeführt werden.

Die Ölbranche muss nach einem Beschluss des EU-Parlaments 6,25 Prozent ihres Kraftstoffes (gemessen am Energieinhalt) aus pflanzlicher Produktion verkaufen, sonst drohen hohe Strafen. Das schaffen sie aber nur, wenn die Autofahrer E10 als Standardkraftstoff akzeptieren.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) begrüßte die Ankündigung. "Das zeigt, dass man Umweltpolitik nicht von oben verordnen darf", sagte VZBV-Energieexperte Holger Krawinkel SPIEGEL ONLINE.

Mit einem eindringlichen Appell an die Autofahrer hatte die Mineralölwirtschaft am Mittwoch zum Umstieg auf den neuen Bio-Supersprit E10 aufgerufen. Picard rief die Autofahrer auf, das neue Super-Benzin E10 mit einer Beimischung von zehn Prozent Ethanol zu tanken. Zudem sollen die Informationen an Tankstellen besser werden, damit Fahrer wissen, ob ihre Autos E10 vertragen.

Nach neuen Berechnungen vertragen 93 Prozent der in Deutschland angemeldeten Autos E10, von den deutschen Fabrikaten sogar 99 Prozent.
Quelle: Spiegel-Online, 03.03.2011, Biosprit-Einführung vorerst gestoppt

Gruß,
Christian

nordfly 03.03.2011 16:29

Jaaa - hab ich auch gerade im Radio gehört.
Aber wen wunderts? :)

Ich würde sagen: Selber Schuld;-)

wirthensohn 03.03.2011 16:41

Zitat:

Zitat von nordfly (Beitrag 110856)
Ich würde sagen: Selber Schuld;-)

Die Mineralölkonzerne können da ja nichts für. Die Konzerne bekommen quasi vom Gesetzgeber aufgezwungen, was sie in welchen Mengen an den Tankstellen anzubieten haben, aber der Kunde möchte etwas ganz anderes.

Zwischendrin sitzen die Mineralölkonzerne und werden von beiden Seiten, von der Politik und vom Kunden, zeitgleich verprügelt. Zum ersten mal muss man eigentlich mit den Konzernen sowas wie Mitleid haben...

Gruß,
Christian

wirthensohn 03.03.2011 17:23

Nur mal so nebenbei:

http://projekte.wirthensohn.de/image...olamsteuer.jpg
CC-by-nc-sa coolfire01

Gruß,
Christian

wirthensohn 03.03.2011 17:29

Und wieder Neuigkeiten:

Zitat:

Update:

Die Bundesregierung stellt klar, dass nicht E10 an sich gestoppt ist, sondern nur die Produktion bzw. Einfuhr vorläufig gestoppt sind. Dies sei erforderlich, weil die Lagerkapazitäten der Raffinerien erschöpft seien.

Wenn die Mineralölwirtschaft sich entscheidet, vorläufig kein E10 mehr zu anzubieten, werden Strafzahlungen fällig. Der ADAC geht davon aus, dass die Strafzahlungen in diesem Jahr ohnehin fällig werden und dass dies die Kraftstoffkosten mit ca. 2 Cent pro Liter belastet. Trotzdem begrüßte der Automobilclub die Entscheidung, E10 erst später und besser vorbereitet einzuführen.

Update 2:

Der Verband der Mineralölwirtschaft veröffentlichte mittlerweile eine "Gegendarstellung". Darin stellt der Verband klar, dass die Einführung von E10 nicht gestoppt sei. Vielmehr zwinge die "dramatisch geringe Nachfrage" nach E10 die Raffinerien dazu, ihre "Produktion an die Nachfrage anzupassen". Das bedeutet wohl einen Produktionsstopp, bis die Lager wieder geleert sind.

Nach Aussage des Verbandes bedeutet dieser Produktionsstopp keinen Rückzug der Mineralölindustrie aus der E10-Einführung, sondern lediglich eine Anpassung der Produktion an die Nachfrage. Es müsse das gemeinsame Anliegen von Politik, Automobilindustrie, Automobilclubs und Ölindustrie sein, die Vorbehalte gegenüber Super E10 abzubauen.

Was geschieht, wenn die Nachfrage weiterhin so niedrig bleibt, ließ der Verband offen. Das Szenario, nach dem dann wieder größere Mengen an Super E5 produziert werden, ist aber nicht unwahrscheinlich. Mit der Folge, dass die fälligen Strafzahlungen auf den Benzinpreis aufgeschlagen werden
Quelle: Motor-Talk

Zitat:

E10-Chaos: Brüderle platzt der Kragen

Die Einführung wird gestoppt, die Einführung wird nicht gestoppt – die neue Benzinsorte E10 sorgt für Chaos an der Zapfsäule. Die Verbraucher sind verunsichert, die zuständigen Minister schäumen vor Wut.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will zeitnah alle Beteiligten zu einem „Benzin-Gipfel“ einladen, wie er am Donnerstag in Berlin sagte. „Fakt ist, dass die Verbraucher völlig verunsichert sind.“ Er halte es „daher für entscheidend, dass die Beteiligten, insbesondere die Automobil- und die Mineralölwirtschaft, die Atempause bei der Umstellung auf E10 nutzen, um bei den Verbrauchern für absolute Klarheit zu sorgen“. Er reagierte auf widersprüchliche Aussagen aus der Mineralölwirtschaft zur Einführung des Biosprits E10.

E10 bleibt, wo es ist

Die Nachrichtenagentur dpa hatte den Chef des Mineralölwirtschaftsverbandes, Klaus Picard, mit den Worten zitiert, die Einführung werde vorerst gestoppt. „Das System platzt sonst“, sagte er mit Blick auf Versorgungsengpässe bei anderen Benzinsorten, die wegen des Käuferstreiks bei E10 verstärkt getankt werden. Eine Sprecherin des Verbandes widersprach später: Es gebe keinen Rückzug, der Vertrieb laufe weiter, lediglich die Raffinerieproduktion werde angepasst.

Der Mineralölwirtschaftsverband stellte klar, E10 werde vorerst nicht in weiteren Regionen eingeführt, bleibt aber an bereits mit E10 ausgestatteten Tankstellen erhältlich. Bisher gibt es das Superbenzin mit einem Anteil von zehn Prozent Ethanol an etwa der Hälfte der 15 000 Tankstellen. Wann es E10 an allen Tankstellen gibt, hängt vor allem davon ab, ob die Verbraucher den Sprit in naher Zukunft annehmen.

Ärger über Durcheinander

Der ADAC rügte das Durcheinander. „Das Chaos und die Verwirrung der Autofahrer mussten beendet werden“, sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) verurteilte die Handhabe bei der Einführung des Biosprits scharf. Es sei unglaublich, welche Politik der Mineralölwirtschaftsverband betreibe, sagte VCD-Sprecher Gerd Lottsiepen. „Erst wurden die Verbraucher über den Tisch gezogen mit der Einstellung von E5-Super, dann wurden sie zum teuren Super Plus gedrängt.“

Brüderles Kabinettskollege, Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), kritisierte das Chaos bei der Einführung scharf. „Das Durcheinander, das die Mineralölwirtschaft hier veranstaltet, ist nicht akzeptabel.“ Es führe zu einer vollständigen Verunsicherung der Verbraucher. „Die Mineralölindustrie sollte sich endlich eine vernünftige Strategie überlegen, statt jeden Tag widersprüchliche und verwirrende Botschaften auszusenden.“
Nach Informationen aus der Branche lehnten es 60 bis 70 Prozent der Autofahrer ab, die neue Spritsorte zu tanken. Stattdessen sind sie auf das deutlich teurere Super Plus ausgewichen. Der ADAC wirft der Mineralöl-Branche vor, selbst die Schuld an der Verweigerungshaltung der Verbraucher zu tragen. Die Branche habe nicht gut genug über den neuen Kraftstoff aufgeklärt, sagte ein ADAC-Sprecher. „Es hat sich gezeigt, dass eine zu große Verwirrung und eine zu geringe Akzeptanz bestehen“, sagte er.
Quelle: Focus Online

Gruß,
Christian

Zachi 03.03.2011 18:54

Vorhin im Radio gehört: "Zudem sei E10 nur maximal 2 Monate haltbar"

Das wäre für mich das absolute K.O.-Kriterium. Mein MX-5 steht z.B. seit Anfang November mit halbvollem Tank rum, wenn ich mir vorstelle dann erstmal alles abpumpen zu lassen, oder wie darf man sich das vorstellen?

Zachi 03.03.2011 19:01

Hab gerade mal die Glasgoogle befragt; das mit der reduzierten Haltbarkeit scheint zu stimmen, und dazu kommt noch ein bereits nach 4 Wochen schlechteres Zündverhalten, was auch zu einem schlechteren Kaltstartverhalten des Motors führt.

Nebenbei bin ich noch über folgende Aussage gestolpert: Man solle tunlichst kein 10W40-Öl bzw. kein teilsynthetisches Öl mehr verwenden wenn man E10 tankt :?:

nordfly 03.03.2011 19:05

Oh man - nur noch Nachteile.
Und der gewünschte Umweltschutz-Effekt ist auch gemogelt.

Also ich bleibe bei Super E5 oder eben Super Plus:!:
Und das würde ich wohl sogar machen, wenn mein Auto das Zeugs vertragen würde.

-=LuX=- 03.03.2011 19:05

..und teurer wird's offenbar so oder so.

wirthensohn 03.03.2011 19:06

Zitat:

Zitat von Zachi (Beitrag 110881)
Nebenbei bin ich noch über folgende Aussage gestolpert: Man solle tunlichst kein 10W40-Öl bzw. kein teilsynthetisches Öl mehr verwenden wenn man E10 tankt :?:

Ja, durch die aktuelle Hysterie werden viele Märchen und Mythen verbreitet. Was ich in den letzten Tagen in diversen Foren lesen durfte, ist schon irgendwas zwischen völlig albern und BILD-Zeitungs-Propaganda.

Gruß,
Christian

DGFxedos6V6 03.03.2011 19:21

Zitat:

Zitat von wirthensohn (Beitrag 110884)
werden viele Märchen und Mythen verbreitet.

Gruß,
Christian

Wusstet ihr schon dass man auf ein Fahrzeug, welches mit LPG betrieben wird nur mit Reifen fahren darf, die auch mit Gas befüllt sind. Ja nicht mit herkömmlicher Druckluft fahren, da sonst das Fahrwerk beschädigt werden kann. :megalach::megalach::megalach::megalach::megalach: :megalach::megalach::megalach::megalach::megalach: :megalach::megalach:

wirthensohn 03.03.2011 19:33

Zitat:

Zitat von DGFxedos6V6 (Beitrag 110885)
Wusstet ihr schon dass man auf ein Fahrzeug, welches mit LPG betrieben wird nur mit Reifen fahren darf, die auch mit Gas befüllt sind.

Stimmt durchaus. In meinen Reifen fahre ich deshalb ein hochwertiges Gemisch aus 78% Stickstoff, 21% reinem Sauerstoff, außerdem noch Argon, Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff als "Additive". Hervorragendes Zeug, senkt bei ausreichendem Druck sogar den Verbrauch. Über dieses ganz spezielle Reifenfüllgas gibt es sogar extra einen Eintrag bei Wikipedia: klick hier :)

Gruß,
Christian

JWBehrendt 04.03.2011 10:34

Zitat:

Zitat von RoRo (Beitrag 110840)
Hi, doch gibt´s

http://www.mazdafrenchclub.com/phpBB3/index.php
http://www.mazdafrenchclub.com/phpBB3/search.php

nach Deinem Hinweis vor einigen Wochen hab ich dort nach E10 Beiträgen gesucht - nicht viel gefunden.
Wenn ich es richtig verstanden habe (großes Fragezeichen ;)), hat man das Thema nicht so wichtig
genommen und den Mehrpreis für Super plus gezahlt.

Wenn Du jemand an der Hand hast der französisch einigermasen drauf hat kann die/der ja nochmal suchen.

Gruß
Roland

Zitat:

Zitat von wirthensohn (Beitrag 110843)
Ist denn hier jemand des Französischen mächtig und könnte mal nach entsprechenden Informationen und Erkenntnissen aus Frankreich suchen? Bei mir reicht es leider nur für Deutsch und Englisch... ;)

Gruß,
Christian

Ne, bei mir reicht's auch nur für Deutsch & Englisch, werd' Tochter mal drauf ansetzen, wenn sie wieder hier ist.

so long,
John

DGFxedos6V6 04.03.2011 13:54

http://www.gmx.net/themen/auto/verke...rerst-gestoppt

Ein bisschen rebellisch sein hat noch nie geschadet :D

Zu mindest ein Anfang ist geschehn

nordfly 04.03.2011 14:13

Zitat:

Zitat von DGFxedos6V6 (Beitrag 110903)
http://www.gmx.net/themen/auto/verke...rerst-gestoppt

Ein bisschen rebellisch sein hat noch nie geschadet :D

Zu mindest ein Anfang ist geschehn

Lesermeinung zu der HP: "Am besten E10 gar nicht tanken ,sollen doch die Konzerne ersticken an ihren Scheiß" :)

Der hätt von mir sein können, nur das nicht die Konzerne Schuld sind sondern die Bundesregierung mit ihrer Quote für Biosprit.
Abwarten was sich entwickelt, mir kommt kein E10 ins Auto.

Eddyk 05.03.2011 07:57

Bei uns hat seit gestern der Superplus Sprit ne Differenz zu Super von 9Cent, davor waren es 4-5Cent.:!:

w00lf 05.03.2011 09:22

Zitat:

Zitat von Eddyk (Beitrag 110937)
Bei uns hat seit gestern der Superplus Sprit ne Differenz zu Super von 9Cent, davor waren es 4-5Cent.:!:

Lächerlich, bei uns sind da generell 20 ct. Unterschied.
Aber praktisch, dass wir kein E10 haben. 8)

mfg, Wolfgang

wirthensohn 06.03.2011 14:10

Jetzt kommt's ganz dicke:

Zitat:

"Bio"-Sprit für alle Autos gefährlich

Neue Warnung vor E10: Experten fürchten schnelleren Motorverschleiß

Drei bis vier Millionen Autos auf deutschen Straßen vertragen die neue Kraftstoffsorte E10 überhaupt nicht, das war schon bisher bekannt. Doch nun kommt ein neuer Verdacht auf: Auch alle übrigen Wagen könnten in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn E10, bei dem herkömmlichem Benzin zehn Prozent Ethanol aus Getreide und Zuckerrüben beigemischt ist, kann dafür sorgen, dass Motoren schneller verschleißen.

Durch den hohen Ethanolanteil nehme die Wassermenge im Motor zu, sagte Thomas Brüner, der Leiter der Mechanikentwicklung bei BMW, der "Welt am Sonntag": "Das Wasser kondensiert aus den Verbrennungsgasen und gelangt ins Öl, das dadurch verdünnt wird und schneller altert." Je nach Land und der dort verfügbaren Kraftstoffqualität könne es daher sein, "dass wir die Ölwechselintervalle verkürzen müssen". Im Klartext: Um Schaden von den Motoren abzuwenden, müssen Autofahrer künftig womöglich häufiger zum Ölwechsel in die Werkstatt fahren - was zum Beispiel bei einem Sechszylinder jedes Mal gut 200 Euro kosten kann.

Ob es so weit kommt oder der in Deutschland verkaufte E10-Sprit gut genug ist, wissen die Autohersteller noch nicht. BMW will daher nun gemeinsam mit dem Konkurrenten Daimler in Kürze Tests durchführen. Fachleute raten Autofahrern, in der Zwischenzeit häufiger als sonst den Peilstab zu ziehen. Wenn der einen höheren Ölpegel als bei der vorigen Kontrolle anzeigt, besteht Verdacht auf Ölverdünnung.

E10 wird seit Beginn des Jahres in Deutschland eingeführt. Damit soll der Ausstoß des Klimagases CO2 reduziert werden - trotz der Mahnung von Umweltverbänden, die glauben, dass die Klimabilanz von E10 sogar negativ ist. Viele verunsicherte und verärgerte Autofahrer tanken nun weiter den einzig verbliebenen Kraftstoff alter Art, Super Plus - obwohl das teurer ist. In dieser Woche wurden dadurch ganze Raffinerien zur Einstellung ihrer Produktion gezwungen.

"Die Verwirrung an der Zapfsäule muss ein Ende haben", sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) der "Welt am Sonntag". Auf dem für Dienstag einberufenen Benzingipfel werde die Bundesregierung "das weitere Vorgehen mit allen Beteiligten" besprechen: "Die Mineralölwirtschaft muss die Informationsdefizite erläutern und die Aufklärung der Verbraucher wesentlich verbessern."

Allerdings ist die Politik mitverantwortlich. Der Energieexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Holger Krawinkel, etwa begrüßt den Käuferstreik: "Die Politik muss sich jetzt endlich überlegen, wie sie die ökologische Erneuerung des Energiesystems vom Kopf auf die Füße stellt." Kritik richtet sich vor allem an den federführenden Minister: Umweltressortchef Norbert Röttgen (CDU). "Das Sensorium für Stimmungen und Sensibilitäten in der Bevölkerung ist in dem Ministerium ausgesprochen unterentwickelt", sagte FDP-Fraktionsvize Patrick Döring der "Welt am Sonntag".

Der Vorsitzende des Verkehrausschusses im Bundestag, Winfried Hermann (Grüne), sagte, der geplante Benzingipfel sei "eher ein Gipfel der Nachsorge, weil die Bundesregierung die vorsorgende Koordination vergessen hat". Hermann fordert ein vorläufiges Aus für das Biosprit-Projekt: "Die Regierung muss die Einführung der neuen Spritsorte stoppen." Es müsse jetzt zunächst geklärt werden, welche Motoren den Sprit wirklich vertrügen und worin der ökologische Nutzen bestehe.
Quelle: Welt am Sonntag, "Bio"-Sprit für alle Autos gefährlich


Ergänzung:

In der Mazda-Community wurde auf eine Pressemitteilung von Castrol aus dem Jahre 2008 aufmerksam gemacht, in der es um sogenannte "Lifttime-Füllungen", also die Verwendung von Öl in Verbrennungsmotoren über 100.000 km und mehr ging. Demnach wusste BMW schon vor drei Jahren, dass höhere Ethanol-Beimischungen im Benzin unvorteilhaft sein könnten:

Zitat:

Ölwechselintervalle von 100.000 Kilometern sind völlig unrealistisch, dementsprechend gibt es auch keinerlei Planungen in dieser Richtung. Im Gegenteil ist es wahrscheinlich, dass uns zukünftige Entwicklungen wie der vermehrte Einsatz von Biokraftstoffen zu einer Verkürzung der Ölwechselintervalle zwingen werden.

Gruß,
Christian

w00lf 06.03.2011 14:16

Ich liebe es, wie hunderte "Experten" einfach nicht in der Lage sind, mögliche Risiken nicht vor Durchführen der Neuerung zu erkennen bzw. wie überhaupt so etwas durchgesetzt werden kann, wenn nicht alle Risiken bedacht sind.
Inkompetentes Pack.

mfg, Wolfgang

Zachi 07.03.2011 08:17

Neuer Tag, neue Nachrichten zu E10. Angeblich ist Deutschland mal wieder völlig übers von der EU gesetzte Ziel hinausgeschossen, bzw. hat die möglicherweise falschen Mittel als verpflichtend vorgeschrieben: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/...nehmer110.html

RoRo 07.03.2011 10:00

Sehr schön

Gabriel (SPD) hat vor 2 jahren den Braten noch rechtzeitig gerochen und die E10 Einführung abgeblasen, Röttgen mit seinem "unterentwickelten Sensorium":mrgreen: wohl nicht - Glückwunsch.

Gruß
Roland

BTW: Mit Abgabe der Stimme bei Wahlen legimenteren wir die Politiker
das zu machen was sie letzten endes tun, egal ob das gefällt oder nicht ->
Mehr Volksabstimmungen

GIFT2 11.03.2011 11:25

Mein Boykott geht weiter ;-))
 
Heute nun der Gipfel der Unverschämtheit an der Shell-Tanke.
Super V-power (oder wie sich der Dreck nennt) komplett ausverkauft.
Nur noch E10 und V-PowerRacing100 (zu 1,73) - das mein X mal so gutes Zeug zu saufen bekommt, hätte ich mir auch im Leben nicht gedacht - aber die Säcke sollen an ihrem E10 verrecken.
11,5 Liter für 20 Euro kann sich schon sehen lassen. Könnt ihr euch erinnern wie groß ein 10 Liter Kanister ist oder war ?
Wenn mir zu DM-Zeiten einer gesagt hätte, ich müsse jetzt 40DM dafür zahlen wäre ich mit dem Kanister in den Laden und hätte sicher etwas randaliert, aber heutzutage ... ist schon echt der Hammer was wir so mit uns machen lassen.

LG
Gift

nordfly 11.03.2011 14:02

@Gift
...ich würd mal sagen, bist zum Teil auch selber Schuld. Was tankst du auch bei Shell?

Mein Xedos wurde noch nie bei Shell betankt! Teurer gehts ja kaum.;)

Ole 11.03.2011 15:51

...
 
High Five ;-)

Müssten durch die nominal 5% mehr Ethanol nicht auch die Ökosteuer weniger werden müssen ?

Ausserdem hab ich irgendwo gelesen, das ja auch keine exakt 10% Ethanol im Benzin sind, sondern irgendwo bei 7 % angesiedelt ist, also nicht wirklich mehr als im "E5" was auch keine 5% Ethanol drin hatte...

So hab ICH es jedenfalls gelesen...

Außerdem ist es mir auch egal, ob die Plörre 1.40€ oder 1.50€ kostet, da ich kein vielfahrer bin und die Rente ja auch irgendwie bezahlt werden muss... ;-)

In diesem Sinne...fahren und Spass haben...

beste grüße, Rolf !

lumis 11.03.2011 20:34

Ich finde jeder soll fahren was ihn glücklich macht,ob Shell,Aral;Diesel oder Benzin,Rapsöl oder Gas!

Ich persönlich werd die Brühe nicht in meinen X9 gießen,auch nicht wenn er Freigegeben wäre.In der Tankklappe steht was von Benzin,nicht von Rübensaft.Also bekommt der auch Benzin!

Diese Volksverdummung mach ich nicht mit!!!genau wie die Abwrackprämie damals(hab ich halt nur 2000,- für meinen f-BA bekommen).Hab echt nix gegen Umweltschutz,aber gegen diese Lappen die uns regieren und jeden Mist als öko verkaufen obwohl es das genaue gegenteil ist.Die sollen an der E10 Brühe ersticken.

Hat mal einer die Statistik gesehen wo steht wieviel % CO2 in D überhaupt von Autos kommt?Da gibt es andere "Baustellen" wo sich viel mehr CO2 einsparen lässt!
Warum MÜSSEN wir reduzieren wenn einige Länder nichtmal wissen was ein Katalysator im Auto macht?
Wenn,dann bitte gleiches RECHT für ALLE!

Sorry,aber mir platzt der Hals bei der ÖKO und BIO-abzocke... :x

Loading 12.03.2011 17:57

muhahahaha :D

wie geil ^^

http://www.youtube.com/watch?v=JLSC7...eature=related

nordfly 13.03.2011 12:41

Nun fängt das tatsächlich doch schon an.
Hab in Kiel die erste Tankstelle (Shell) gesehen, wo Super E5 teurer als Super E10 ist.


Diesel: 1,42
Super (Schutzsorte): 1,55
Super E10: 1,50
SuperPlus: 1,69
LKW-Diesel: 1,41
Autogas: 0,76

P.S. Ich schätze mal die werden ihr E10 sonst nicht aus den Tanks los :)

DGFxedos6V6 13.03.2011 21:09

http://www.swr.de/startklar/-/id=233...dcs/index.html

domination 13.03.2011 21:11

Was ich in dieser sehr interessanten Diskussionsrunde leider noch nicht erfahren habe: spricht irgendetwas dagegen jetzt schon Super Plus zu tanken wenn es eh schon genauso viel kostet wie Super?
Hat da jemand Erfahrung? Oder wird das bei unseren Motoren garnicht empfohlen?

Groß
Dominik

wirthensohn 13.03.2011 21:16

Selbstverständlich kannst Du auch jetzt schon Super Plus tanken. Du wirst es ohnehin irgendwann mal tanken müssen, wenn Du Dich nicht an E10 wagst. Unsere Motoren haben keine Probleme mit Super Plus, aber entgegen so manchen unsinnigen Stammtischparolen bringt es weder Mehrleistung noch weniger Verbrauch. Aber es schadet auch nicht.

Besser, als wenn Du munter zur E10-Zapfpistole greifst, in der Hoffnung, dass dort doch immer noch nur E5 raus kommt. Irgendwann kommt dann nämlich doch mal das aus der Zapfpistole raus, was drauf steht.

Gruß,
Christian

wirthensohn 13.03.2011 21:23

Hier das Thema E10, in der Sendung 'Quer' des Bayerischen Rundfunks auf gewohnt ironische Art zusammen gefasst:

http://blog.br-online.de/quer/die-sp...-09032011.html

Gruß,
Christian

DGFxedos6V6 13.03.2011 21:29

Zitat:

Zitat von wirthensohn (Beitrag 111303)
Hier das Thema E10, in der Sendung 'Quer' des Bayerischen Rundfunks auf gewohnt ironische Art zusammen gefasst:

http://blog.br-online.de/quer/die-sp...-09032011.html

Gruß,
Christian

jep einfach nur der Hammer, die harten Fakten einfach so aufn Tisch geknallt das ist quer

wirthensohn 13.03.2011 21:39

Mal so zwischendrin Off-topic, nur damit die regelmäßig abGEZockten Rundfunkgebühren auch eine Rechtfertigung haben: Quer, Donnerstags 20:15 Uhr im BR, ist auch für nicht-Bayern, die ein bisschen am Alltagsgeschehen und an Politik interessiert sind, eine absolute Pflicht-Sendung :)

Gruß,
Christian

Truckdriver 14.03.2011 00:12

Leute es geht immer mehr bergab mit Deutschland...Schade einfach nur...

RJay 14.03.2011 16:12

Das finde ich ja schon fast wieder witzig. :D

Zitat:

Die Einsatzwagen der Polizei in Schleswig-Holstein dürfen aus Angst vor Motorschäden nicht mit E10 betankt werden!
Zitat „Bevor wir unseren Fuhrpark komplett lahmlegen oder größere Reparaturen provozieren, gehen wir auf Nummer sicher“, erklärt Wessel. Eine entsprechende Anweisung, auf E10 zu verzichten, sei an alle Dienststellen herausgegeben worden. Der Verzicht auf den neuen Biosprit habe das Dezernat Kraftfahrzeugwesen gemeinsam mit allen Polizeidirektionen im Land getroffen. Thomas Giebeler, Sprecher von Innenminister Klaus Schlie (CDU), bekundet Rückendeckung: „Der Minister steht hinter dieser fachlichen Entscheidung.“
Quelle: http://www.ln-online.de/artikel/2945720

nordfly 14.03.2011 16:50

Interessant ist auch die Umfrage der Lübecker Nachrichten (Würden Sie E10 tanken?):
http://umfragen.ln-online.de/index.php?poll_id=230

Bei dem Ergebnis, was nach 1500 Teilnehmern schon relativ repräsentativ wirkt sollte sich die Bundesregierung Gedanken machen :)

Kenny 14.03.2011 19:45

Zitat:

Zitat von nordfly (Beitrag 111333)
Interessant ist auch die Umfrage der Lübecker Nachrichten (Würden Sie E10 tanken?):
http://umfragen.ln-online.de/index.php?poll_id=230

Bei dem Ergebnis, was nach 1500 Teilnehmern schon relativ repräsentativ wirkt sollte sich die Bundesregierung Gedanken machen :)

Das juckt die liebe Regierung doch nen ....

Also ne Art Volksentscheid wäre jetzt das richtige, wobei das Ergebniss zweifellos bereits fest steht.

RoRo 16.03.2011 08:46

Tankstellen Boykott :)

http://www.auto.de/magazin/showArtic...tt-geht-weiter

also ich mach da auf alle Fälle mit, tanke eh nicht Samstags und fahr momentan viel Rad :) (ooh yes)

Gruß
Roland

wirthensohn 01.04.2011 16:55

In der gestrigen Sendung hat sich 'quer' mal wieder der E10-Problematik angenommen: Abstimmung mit der Zapfpistole - E 10 vor dem Aus?

Gruß,
Christian

GIFT2 14.08.2011 21:12

Habe die letzten Tage mal Verwandtschaft besucht, was mit einer einfachen Fahrt von 500km verbunden war. Hinzu mit E10 und nach ca. 500km ein Verbrauch von 6,9 Litern auf 100. Auf der Rückfahrt dann den halb vollen Tank mit Super 95 voll gemacht und unter gleichen Bedingungen am Ziel wieder vollgetankt und Verbrauch mit einem 1:1 Gemisch von E10 und Super 95 (weiß nicht wieviel Allohol da drinne ist ?) nur noch exakt 6,5 Liter.
Als der Zeiger der Tankanzeige genau auf halb stand, hatte ich 480km gefahren. Durchschnittsgeschwindigkeit aber so bei 120-130 km/h und allein in der Kiste. Da darf man es nicht so eilig haben. ;)

Bei einem Preisunterschied von genau 3 Cent können die (was mich anbelangt) die E10 Brühe nun wieder auspumpen.
Ist klar was ich nur noch tanken werde, aber der X ist auch mit dem E10 seit Einführung gut zurecht gekommen.

LG, Gift

Zachi 15.08.2011 10:31

Eine sehr realistische und nachprüfbare Messung :?

wirthensohn 28.08.2011 10:25

Zum Thema mal wieder zwei Updates:

Zitat:

26.08.2011
ADAC: Opel Signum scheitert an E10

Der E10-Dauertest mit einem Opel Signum 2.2 endete nach nur 27.000 km abrupt. Das Fahrzeug musste wegen einer undichten Kraftstoffpumpe abgeschleppt werden. Der Opel Signum mit einem Benzin-Direkteinspritzer hat vom Hersteller keine E10-Freigabe.

Der Club wollte testen, welche Auswirkungen der Kraftstoff mit einem Ethanolgehalt von bis zu 10 Prozent in diesem Fall hat. Eine genaue Untersuchung der undichten Kraftstoffpumpe hätte ergeben, so Christian Buric vom ADAC, dass das Alugehäuse korrodiert sei. Die Pumpe war vor dem Start des Versuchs getauscht worden. Damit sei klar, dass der E10-Kraftstoff die Ursache sei, so Buric.

Unterdessen teilten Opel, Mercedes und Ford mit, dass eine einmalige Falschbetankung unkritisch ist. Es müsse nur so schnell wie möglich ethanolarmer Kraftstoff getankt werden. Alle anderen Hersteller stellen klar, dass eine Fehlbetankung mit E10 von dafür nicht freigegebenen Fahrzeugen schädlich ist.
(Quelle: http://heise.de/-1331918)

...und...

Zitat:

26.08.2011
BP will E10-Kosten auf Verbraucher abwälzen

In der Debatte um den umstrittenen Biosprit E10 hat der Mineralölriese BP Europa gedroht, die Autofahrer zur Kasse zu bitten. Hintergrund seien Strafen, die den Konzernen womöglich bevorstehen, falls sie ihre vorgeschriebenen Quoten an Biokraftstoffen nicht erreichen, erläuterte der Chef der Aral-Mutter BP Europa, Uwe Franke, den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe (Freitag). „Die Kosten für die Nichterfüllung der Quote dürften vermutlich für die Branche zwischen 300 bis 400 Millionen Euro liegen“, sagte Franke. Am Ende werde den Unternehmen nichts anderes übrig bleiben, als die Kosten an die Kunden weiterzugeben.

E10 hätte schon zu Jahresbeginn flächendeckend eingeführt werden sollen. Wegen mangelnder Akzeptanz durch die Autofahrer hatte die Mineralölwirtschaft die Umstellung der Tankstellennetze und Raffinerien jedoch auf halbem Wege gestoppt. Im Juni griff nur rund jeder siebte Tankstellenkunde nach dem umstrittenen Sprit mit erhöhtem Bioethanolanteil von zehn Prozent. Die größte deutsche Tankstellenkette Aral hatte angekündigt, mit der flächendeckenden Einführung des Biosprits im Westen und Norden Deutschlands zu beginnen. (dpa)
(Quelle: http://heise.de/-1331541)

Wobei die Drohung meiner Meinung nach albern ist. Ist doch logisch, dass der Autofahrer die Zeche für den Murks zahlen muss, den die Politik da veranstaltet hat. Wie immer.

Gruß,
Christian

Phoenix 28.08.2011 17:13

BP, somit auch Aral, und Shell sind eh die Preistreiber Nr. 1 auf dem Markt. Dort zu tanken ist m.E. mehr als nur dumm. Ok, bevor ich irgendwo liegenbleibe tanke ich auch mal Shell. Oft kriegt man als ADAC-Mitglied (wieso bin ich eigentlich noch bei dem Verein, als Fahrer eines alten Mazda brauch ich deren Pannenhilfe so gut wie nie) 2 Cent Rabatt.

Ist doch klar, dass diese Konsorten mal wieder ihren Gewinn optimieren wollen.

RJay 29.08.2011 17:42

Zitat:

Nun hat der Mineralölwirtschaftsverband auch noch zugegeben, dass die Händler schon seit Februar die Kosten für absehbare Strafgelder auf die Spritpreise aufschlagen. Die Strafgelder werden fällig, wenn die Konzerne die vorgeschriebenen E10-Quoten nicht erfüllen.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...783201,00.html

wirthensohn 18.08.2012 09:27

Zum Thema E10 gibt es mal wieder Neuigkeiten.

Kurz vor Ende des Sommerlochs fordert unser Entwicklungsminister Niebel (FDP) die Aussetzung der E10-Spritproduktion wegen bedrohlich abgenommener Getreidereserven und explodierten Getreidepreisen, die dazu führen, dass sich in den ärmsten Regionen der Welt die Bevölkerung inzwischen nicht mal mehr dieses Grundnahrungsmittel leisten kann und immer mehr Menschen wegen Hunger sterben - nur, damit Industrienationen vermeintlich etwas unabhängiger vom Erdöl werden.

Begeisterte Zustimmung kommt von Umweltverbänden, von Greenpeace und auch von kirchlichen Organisationen.

Siehe dazu:

Niebel will E10 abschaffen

Greenpeace fordert ein sofortiges E10-Verbot

Diskussion um E10 - Weg mit dem Biosprit

Schafft E10 ab!


Und obwohl wir in den ach so weit entwickelten Industrienationen (eigentlich inzwischen unbestreitbar) die Nahrung der ärmsten der Armen in unseren Autos verheizen und ganz offensichtlich dafür die für alle Menschen auf diesem Planeten überlebenswichtigen (Regen-) Waldgebiete zugunsten von Monokulturen zur Biospritgewinnung abgeholzt und abgefackelt werden, gibt es ernsthaft Wissenschaftler, die die Einführung von E20 fordern:

Forscher fordern E20 statt E10


Realistisch muss man allerdings ganz klar sehen, dass die Forderungen eher als Populismus verstanden werden können und E10 nicht abgeschafft werden wird. Einerseits ist E10 keine rein deutsche Dummheit, sondern eine Vorgabe der EU. Andererseits hat die Bundesregierung die Biosprit-Industrie erst über milliardenschwere Subventionen (mit Steuergeldern natürlich) aufgebaut und damit eine mächtige Lobby erschaffen, die wohl kaum zulassen wird, dass man ihr das lukrative Geschäft wieder kaputt macht...


Nebenbei noch was zur E10-Verträglichkeit des Xedos: meiner grüner X6 wurde in den vergangenen zwei Jahren und über 15.000 km ausschließlich mit E10 betankt und es hat ihm bislang offensichtlich nicht geschadet. Es sind keine Probleme oder Schäden zu erkennen.

Gruß,
Christian

wirthensohn 19.08.2012 19:36

Ein aktueller Kommentar auf focus.de bringt die Problematik kurz und knackig auf den Punkt:

Zitat:

Unbeliebter Biosprit
Sonntag, 19.08.2012, 19:59

Der angebliche Öko-Kraftstoff E10 ist zu recht unbeliebt.

Er ist technisch ineffizient, sozial ungerecht und ökologisch umstritten. Ineffizient, weil Bio-Kraftstoff weniger Energie enthält. Das kompensieren die E10-Fahrer mit dem Gaspedal, so dass unter dem Strich kaum Rohöl gespart wird. Ungerecht ist er, weil E10-Nutzer die Lebensmittelknappheit in den ärmsten Regionen der Welt verschärfen. In Deutschland verhungert zwar niemand, wenn die Preise für Brot etwas steigen, weil inzwischen 150 Millionen Tonnen Getreide pro Jahr zu Biosprit verarbeitet werden. Aber in Mali und Burkina Faso eben doch. Ökologisch umstritten ist das E10, weil die Ethanol-Produktion selbst schon viel Energie verbraucht. Außerdem werden dafür Wälder in Ackerflächen gewandelt, was genau die Klimagase freisetzt, die das Ethanol einsparen soll. E10 ist also ein weiteres Beispiel für gut gemeinte, aber schlecht gemachte Klimaschutz-Politik. Die Förderung von Techniken wie E10 oder Photovoltaik lässt sich politisch zwar besser verkaufen als Gesetze, die den Energieverbrauch eindämmen. Aber Letzteres hilft dem Klima am meisten. Pflanzen gehören jedenfalls nicht in den Tank. Autos sind keine Vegetarier.
Quelle: http://www.focus.de/panorama/diverse...id_802739.html

Gruß,
Christian

Littelsix 19.08.2012 19:54

Moin,

man darf aber die Lobbyisten der Autoindustrie nicht vergessen die dafür gesorgt haben das E10 kommt. Auch so werden die Auto "grüner" und man muss nicht auf weniger Verbrauch arbeiten.
Auch macht die EU nur den gleichen Schwachfug wie die USA. Oh Wunder!

Und wer jetzt kommt das nur ca. 6% des angebauten Mais für E10 verwendet werden hat recht. Die ca. 7000 Biogasanlagen in Deutschland wollen ja auch noch was haben.

Aber ob nur Sprit oder Strom - bezahlen muss alles mehr oder weniger (eher mehr) der, der Steuern zahlt.

LittelSix

Xedos9 29.08.2012 23:27

Hallo Christian,
hallo Jungs und Mädels,

in der Oldtimer Markt (ich glaube 5/2012) war das Ergebnis eines 1 jährigen Tests zwischen E10 / E5 / mit - ohne Additive, usw.. Man untersuchte Benzinschläuche, Einspritzdüsen, Vergaser, etc.. Teilweise hatte E5 mehr Zerstörungskraft als E10.

Auch in meinen X9 füllte ich in DE E10 ein. Dies war völlig problemlos aus meiner Sicht. Der Motor schnurrt nach wie vor ganz leise.

Unabhängig wie man dazu steht (Lebensmittel, Energieinhalt) sind die technischen Bedenken, meiner Ansicht nach, aus der Luft gegriffen.

VG, Klaus

QE.2 27.10.2013 17:56

Irgendwas Neues dazu?

Gruß QE.2

Ritzer82 27.10.2013 18:40

Zitat:

Zitat von QE.2 (Beitrag 134957)
Irgendwas Neues dazu?

Gruß QE.2

Was soll´s da neues geben.
Ist auf lange Sicht nicht gut für´s Auto und unterm Strich nicht billiger.
Gibt also keinen Grund den Müll zu tanken. ;)

E85 wäre da n anderer Schnack aber natürlich nicht für den Alltag.

Rossi 04.12.2013 12:35

Muss gestehen, dass ich seit Feb. 2011 (30.000 km) zu 99% E10 tanke.
Ebenso habe ich bzw. meine Frau mit E10 einen genauso niedrigen Verbrauch erreicht wie mit Super.

Rekorde, nachgerechnet, über eine komplette Tankfüllung, gleiche Bereifung 195er Winterreifen:
E10: 7,243 L/100km @ 720 km
Super: 7,309L/100km @ 772 km

Ergo, wenn man will kein Verbrauchunterschied.
Vmax ist auch gleich laut Tacho.
Mangelnde Haltbarkeit ist auch kein Thema.

Ich tanke E10 aber nur weil es günstiger ist als Super bei gleicher Leistung, nicht weil ich es mag.

Xedos9 04.12.2013 13:08

Hallo Rossi,

die gleiche Beobachtung habe ich auch gehabt. Völlig problemlos und der Verbrauchsunterschied ist, wenn überhaupt, absolut in einem Toleranzbereich. Auch ich hatte eher einen Minderverbrauch, obwohl das physikalisch eigentlich nicht so sein kann (uU ist aber die Klopfgrenze höher, aber der X6 ist auf 95 Oktan ausgelegt). Wie auch immer, Nachteil war's keiner. Vielleicht differenzieren die Ölkonzerne ja auch nur im Preis....

Nun fahre ich ja mit Gas...

VG
Klaus

xedba6 04.12.2013 13:48

Muss man eigentlich erst einmal sein Super raus pumpen, oder kann man Super und E10 mischen ? Außerdem steht hier: http://www.dat.de/e10liste/e10vertraeglichkeit.pdf

das der Xedos kein E10 verträgt.

Xedos9 04.12.2013 21:13

Nein, wie kommst Du darauf? Außer Du fährst nen Diesel, dann muss der Super raus;) (und kein E10 rein).

Es liegt natürlich in der Obsorge jedes Einzelnen, ob er E10 tankt oder nicht. Ich bin der Meinung, dass das keine Rolle spielt und bin etwa 60tkm mit meinem Xedos 9 mit E10 gefahren. Im Übrigen völlig problemlos. In Oldtimerzeitschriften wurde das Thema auch schon oft zerkaut und auch einmal über ein Jahr an verschiedenen Materialien getestet. E5 hat hier mehr Schaden angerichtet als E10! Nur bei längerem Lagern (im Tank), bspw. Winterpause, sollte man einen Benzinstabilisator (bspw. Wagner) verwenden. Aber das trifft "daily driver" sowieso nicht und gilt auch - oder insbesondere für den E5.

Das Resümee war, das E10 völlig problemlos ist und es sich um die gleiche Hype handelt, wie das Bleiverbot im Sprit (wo es zu schweren Motorschäden hätte kommen sollen). Der gesamten Redaktion (und auch ich) kenne keinen einzigen, ursächlich auf das Fehlen des Bleis, zurückzuführenden Motorschaden. Meine Oldtimer haben noch nie einen Bleiersatz gesehen.

Was bleibt, ist der physikalisch geringere Energieinhalt des E10, der wiederum zu einem erhöhten Verbrauch führen müsste (was er bei mir aber nie tat).

VG

winger4765 28.03.2014 19:08

E 10
 
kurz nochmal angemerkt. bin im letzten jahr 70000 !!! mit 9er gefahren. tanke E10 und super, überhaupt kein problem. kerzen sahen nach diesen 70000 aus als hätten sie noch 50000 wetere km gehalten. aussage des mazda händlers.
trotzdem habe ich immer noch das problem mit dem fehlenden sportendtopf.
werde mir wohl bei stüber einen bauen lassen müssen. der hätte aber gerne die


ABE des zuletzt gebauten remus topfes.
also bitte alle nachsehen und mir mitteilen. auch unter www.winger@web.de.
ich werde begeistert sein:-):-):-):-)

Xedos9 01.07.2014 15:58

Hallo,

in der aktuellen Oldtimer Markt (07/2014) ist ein Artikel über 3 Jahre Erfahrungen mit E10 und einer davor erfolgten, recht hemdsärmeligen ausgeführten, einjährigen Untersuchung.

Kurz zusammengefasst: Es gibt kein Problem, E10 ist in vielen Eigenschaften sogar günstiger als E5. Bspw. tritt bei E5 die Aufspaltung von Alkohol, Benzin und Wasser bereits deutlich früher auf als bei E10 (hier kann der höhere Alkoholanteil mehr Feuchtigkeit binden). Es gab in der OM Redaktion und bei einem Feldversuch über 3 Jahre keinen einzigen auf E10 rückführbaren Schaden. Die gleiche Aussage des bei BOSCH arbeitende Technikspezialist der Oldtimer Markt.

Also die gleiche Hysterie wie dazumal beim Ende des "Bleisprits".

Skeptiker sollten sich die Ausgabe kaufen oder schnell mal beim Tanken lesen.

Das was bei geregelten (Kat)Motoren bleibt, ist der theoretisch etwas höhere Verbrauch von ~2% aufgrund des erhöhten Alkoholanteils (10 statt 5%).

VG
Klaus


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